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LeserInnenbrief - Über den Lateinamerikagipfel, Hugo Chávez, Mahmud Ahmedinedschad und die europäische LinkeVon 11. bis 13. Mai 2006 lud Österreich im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft Staats- und Regierungschefs zum EU-Lateinamerika-Gipfel nach Wien ein. Parallel dazu fand ein von NGOs organisierter, alternativer Lateinamerikagipfel statt. Wir veröffentlichen an dieser Stelle einen kritischen Kommentar einer Leserin zu diesem Gipfel und Gegengipfel.* Am Lateinamerikagipfel wurde Hugo Chávez
bejubelt und gefeiert. Schön, dass sich die Solidaritätsbewegung zu
Wort gemeldet hat. Und sei es darum, den romantischen Hauch von Revolution, den
Chávez mitgebracht hat, zu inhalieren. Chávez hat diese Stimmung
zu nutzen gewusst, und das zählt. Wie immer man es sich vorstellt, es wäre eines sicher nicht gewesen: das gleiche. Dabei hat aber der bejubelte Chávez längst die Hand Ahmedinedschads ergriffen und in brüderlicher Solidarität kräftig geschüttelt! Kann
man das als begeisterte/r Linke/r verstehen? Es
ist an der Zeit für die Solidaritätsbewegung in Europa, ob sie sich
nun Antiglobalisierung oder Entmilitarisierung auf ihre Fahnen geschrieben hat,
zu erkennen, dass nur dann gelernt werden kann, wenn man bereit ist, die vorgefertigten
Gut-und-Böse-Schablonen abzulegen und genauer hinzusehen. Den revolutionären
Sozialismus europäischer Prägung gibt es nicht mehr. Andere Konzepte
haben ihn abgelöst. Konzepte, die sich frei von kolonialer Einflussnahme
entwickeln UND durchsetzen. So ist es kein geschwungenes Wort zu sagen, dass die
Verdammten dieser Erde ihr Schicksal in die eigenen Hände genommen haben.
Es ist die Realität. Sie bringen ihre Bündnisse quer über den Globus
voran, und es kümmert sie keinen Deut, welches Urteil europäische Linke
über sie fällen, die die eigene Befindlichkeit über (oder sogar
wider) den Protest gegen permanenten Völkermord der Gegenwart stellen. *Der Inhalt von LeserInnenbriefen muss nicht der Meinung der Redaktion entsprechen
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